Grüner Tee – alles über Grüntee

Bei chinesischem Tee denken viele als erstes an Grüntee. Natürlich gibt es noch viele andere Tees, aber grüner Tee ist tatsächlich einer der beliebtesten Teesorten in China. Neben Grüntee aus China sind auch japanische Grüntees sehr bekannt, zudem gibt es grünen Tee in verschiedenen anderen Ländern wie Korea, Indien, Sri Lanka, Indonesien, Nepal oder Kenia.

Was ist grüner Tee?

Grüntee wird aus den Blättern der Teepflanze Camellia Sinensis hergestellt. Dazu erntet man die jungen Triebe, je nach Sorte nur die Knospen, nur die Blätter oder Knospen und Blätter. Je nach dem, welche Teile man erntet, schmeckt der Tee anders. Grüner Tee ist im Gegensatz zu Schwarztee ein nicht-oxidierter Tee (früher sprach man von «fermentiert», das ist aber nicht korrekt, da keine Mikroorganismen im Spiel sind). Weil Grüntee nicht oxidiert ist, schmeckt er besser, je frischer er ist. Man sollte Grüntee also nicht über mehrere Jahre hinweg lagern, sondern innerhalb eines Jahres trinken.

Grüner Tee – Herstellung

Die Hauptpflückzeit dieses Tees ist im Frühling, weil die Tees dann einen besonders frischen, süssen Geschmack bekommen. Man kann grünen Tee aber auch im Sommer und Herbst ernten, wenn ein stärker adstringierender Geschmack das Ziel ist.

Nach dem Pflücken werden die Blätter kurz stark erhitzt, um so die Enzyme zu zerstören, welche für die Oxidierung verantwortlich sind. Dies kann auf verschiedene Arten getan werden: typisch für chinesischen Grüntee ist das Rösten, während man japanische Grüntees in der Regel durch Wasserdampf erhitzt.

Dann folgt das Rollen der Blätter, das je nach Art des Grüntees intensiver oder sanfter ausfällt und den Blättern ihre Form gibt. Anschliessend trocknet man die Blätter entweder durch Backen, Rösten oder Sonnentrocknen. Mehr Details zur Herstellung einzelner Sorten findest du unten.

Grüntee Anbaugebiete in China

Die wichtigsten Anbaugebiete für chinesischen Grüntee sind die Provinzen Zhejiang, Anhui, Jiangxi, aber auch Hunan, Hubei, Jiangsu, Henan und Guizhou. Der Grüntee von Queen T stammt aus der Provinz Yunnan, die keine typische Grünteeregion und wenig bekannt ist, aber auch sehr feinen grünen Tee hervorbringt.

Grüner Tee: Sorten

Es gibt viele Varianten von grünem Tee, sowohl unter den verschiedenen Anbaugebieten als auch innerhalb der einzelnen Anbaugebiete. Es ist unmöglich, alle Formen aufzuzählen, hier aber eine kleine Übersicht über typische Arten von Grüntee:

Grüner Tee: Vier verschiedene Sorten (v.l.n.r.): Meishan Grüntee, Grüner Tee von Queen T, Gunpowder Grüntee, Matcha Pulver.
Grüner Tee: Vier verschiedene Sorten (v.l.n.r.): Meishan Grüntee, Grüner Tee von Queen T, Gunpowder Grüntee, Matcha Pulver.

Chinesische Grüntees

Grüntee findet man in China an unzähligen Orten. Unter den berühmtesten Tees Chinas sind zahlreiche grüne Tees. Hier seien ein paar der bekanntesten Sorten erwähnt und ihre Herstellung vorgestellt. Wo nicht anders angegeben, stammen die Informationen aus dem 中国茶经.

Xihu Long Jing (西湖龙井, auch: Lung Ching, Dragon Well, Drachenbrunnentee)

Longjing-Tee ist ein grüner Tee aus dem Gebiet Longjing in der Nähe vom Westsee (Xihu) bei Hangzhou (Provinz Zhejiang). Er ist einer der berühmtesten und ältesten Grünteesorten Chinas. Ein guter Long Jing soll «farblich grün, geruchlich intensiv, geschmacklich mild und formschön» sein (色绿,香郁,味醇,形美).

Für diesen Tee verwendet man die Knospe und das erste Blatt, manchmal auch zwei Blätter. Die Verarbeitung dieses Tees ist komplex, kann aber auf vier Hauptschritte vereinfacht werden: Erstens werden die Blätter während 6-12 Stunden an einem schattigen, kühlen Ort ausgelegt  und angewelkt. Dann werden sie  in einem leicht geölten Wok bei bis zu 100°C geröstet und dabei unablässig von Hand gewendet und teilweise auch geknetet. Dieser Schritt dauert ca. 12-15 Minuten. Drittens werden die Blätter noch einmal währen 40-60 Minuten an einem schattigen, kühlen Ort ausgebreitet. Vor dem letzten Schritt werden die Blätter gesiebt und dann während weiterer 20-25 Minuten gebacken und in Form gerollt, bis die Blätter getrocknet sind. So entsteht ein feiner, frischer Tee.

In diesem Video kannst du noch vieles mehr über Longjing und seine Verarbeitung erfahren:

Bi Luo Chun (碧螺春, auch: Pi Lo Chun, Biluochun)

Bi Luo Chun stammt aus dem Dongting-Gebirge bei Suzhou in Jiangsu und hat eine Geschichte, die bis in das Ende der Ming-Dynastie reicht. Der Name «Bi Luo Chun» bedeutet wörtlich«Jadegrüne Spirale Frühling». Es gibt verschiedene Erklärungen für diesen Namen– so sind die Blätter tatsächlich spiralförmig gerollt und werden im Frühling gepflückt. Es gibt aber auch andere Erklärungen – so besagt eine verbreitete Erzählung, dass er früher anders hiess, und zwar Xia Sha Ren Xiang 吓煞人香, was so viel heisst wie «Erschreckender Geruch». Der Kaiser Kangxi, als er den Tee trank und ihn sehr schätzte, gab ihm einen würdigeren Namen, nämlich Bi Luo Chun. Schliesslich gibt es auch die Erzählung, dass der Tee nach einem Mädchen namens Biluo benannt wurde.

Das Rösten geschieht bei diesem Tee bei 150-180°C, dabei werden die Blätter nur leicht gewendet und geschüttelt, aber nicht geknetet oder gerollt. Dieser Vorgang dauert 3-5 Minuten. Danach wird der Tee etwa 10 Minuten lang in einem Wok mit 65-75°C leicht geknetet und weiter geröstet. Bei diesem Vorgang ist es wichtig, dass die Person beim Kneten weder zu viel Druck noch zu wenig anwendet und die Blätter gleichmässig wendet, sonst können sie leicht anbrennen und so das Aroma verfälschen. Nun wird die Temperatur im Wok weiter gesenkt und die Blätter während etwa 15 Minuten zwischen den Händen gerieben, bis sie die typische spiralförmige Form angenommen haben. Zuletzt werden die Blätter bei etwa 40°C weiter leicht bewegt, bis sie trocken genug sind. Der ganze Vorgang dauert etwa 40 Minuten. Der Tee hat einen eleganten Duft, schmeckt frisch und hat eine langanhaltende Süsse.

Huangshan Maofeng (黄山毛峰)

Der Tee mit «behaarten Spitzen aus Huangshan», so die wörtliche Übersetzung des Namens, ist wegen seiner Berühmtheit auch ein beliebter Tee für Geschenke, vielleicht hast du ihn auch schon einmal von chinesischen Bekannten geschenkt bekommen. Huangshan (Mount Huangshan) ist eines der berühmtesten Gebirge Chinas und befindet sich in der Provinz Anhui. Die «behaarten Spitzen» bezeichnen die Teeknospen, die mit einem feinen Flaum bedeckt sind. Es gibt auch andere Tees, die «Maofeng» heissen, weil dies lediglich die Beschreibung des Aussehens ist.

Huangshan Maofeng des besten Grades enthält nur Triebe, welche aus einer Knospe und einem Blatt bestehen. Bei diesem Tee ist es besonders wichtig, dass die Verarbeitung der Blätter rasch geschieht; die gepflückten Blätter müssen noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Die Blätter werden bei 130-150°C in einem grossen Wok geröstet, dabei werden sie ständig gewendet und immer wieder aufgeworfen und so gelockert. Dann wird der Tee kurz bei etwas mehr Druck gerollt.

Nun werden die Blätter in einem speziellen Verfahren getrocknet: Sie werden nun nacheinander in vier verschiedene Bambuskörbe gegeben und dabei weiter gewendet. Die Körbe sind jeweils auf unterschiedliche Temperaturen erwärmt: Der erste ist über 90°C heiss, der zweite 80°, der dritte 70° und der vierte 60°. Nun werden die Blätter ausgebreitet, damit sie sich während etwa einer halben Stunde abkühlen könnenund zum Schluss noch einmal in einem 60° warmen Korb fertig gebacken. Nach dem Aussortieren der minderwertigen Blätter wird der Tee noch einmal erhitzt, was zu einem besonders intensiven Duft dieses Tees führt. Der Geschmack ist frisch und doch intensiv.

Lu’An Gua Pian (六安瓜片, auch Lu’an Melon Seed)

Dieser Grüntee stammt aus Lu’An in der Provinz Anhui. Er ist nicht nur speziell, weil dafür die Triebe einer nur dort einheimischen Sorte der Teepflanze verwendet werden. Sondern auch, weil die Verarbeitung besonders ist: Gepflückt werden Triebe erst später, wenn sich schon Blätter gebildet haben. Es werden dann nur Blätter geerntet, in der Regel das zweite oder dritte Blatt nach der Knospe. Nach dem Pflücken werden die grösseren Blätter von den kleineren aussortiert und dann beide getrennt verarbeitet.

Nun werden die Blätter geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Nach dem ersten Rösten werden die Blätter in einen weiteren Röst-Wok gegeben und werden dann mit einer Art Fächer aus Bambus gerollt. Nach dem Rösten im Wok werden die Blätter bei niedrigen Temperaturen und über längere Zeit hinweg getrocknet.

Dazu werden sie in nacheinander in drei Bambuskörbe gelegt, die erwärmt werden. In den ersten Korb gibt man nur eine kleine Menge Blätter und wendet sie regelmässig alle paar Minuten. Im zweiten Korb werden die Blätter kurz leicht erhitzt, dann gewendet und wiedererhitzt, insgesamt bis zu fünfzig Mal. Wenn die Blätter in den dritten Korbgelangen, werden sie wie im zweiten Korb viele Male erhitzt, diesmal bei höheren Temperaturen, bis die Blätter ganz trocken sind und zwischen den Fingern leicht zerbröseln.

Dann füllt man die noch warmen Blätter in Teedosen und verschliesst sie luftdicht. Dies ist die traditionelle Art der Herzstellung, mittlerweile gibt es auch maschinelle Verfahren. Die Teeblätter haben eine Form wie getrocknete Sonnenblumenkerne, deshalb heisst der Tee «Gua Pian», «Sonnenblumenkern».

Wenn du dir dieses komplizierte Herstellungsverfahren noch einmal auf Video anschauen möchtest, empfehle ich dieses Video von teadrunk:

Xinyang Maojian (信阳毛尖)

Dieser grüne Tee aus der Gegend um Xinyang in der Provinz Hunan hat einen besonders intensiven Duft und eine feine Maroni-Note. «Maojian» bedeutet, ähnlich wie maofeng, «haarige Spitzen», was sich auf die behaarten Knospen bezieht, welche in diesem Tee besonders prominent sind.

Nach dem Pflcken werden die jungen Triebe zuerst für wenige Stunden zum Welken ausgelegt. Bei diesem Tee ist wichtig, dass die Blätter noch am selben Tag verarbeitet werden. Nach dem Welken werden sie wenige Minuten in einem grossen Wok bei etwa 140°-160° erhitzt und dann mit einer Art Besen aus Bambus gerollt. Dann wird der Tee in einen weiteren Wok gegeben, der bei einer tieferen Temperatur (80°-100°) gehalten wird. Die Blätter werden gerollt, bis die Triebe eng gerollt sind und feine Spitzen aufweisen. Danach werden die Blätter mehrmals von Hand aufgeworfen, um sie so zu lockern. Als nächstes werden sie auf Bambusschalen verteilt, damit sie abkühlen.

Danach werden sie gebacken. Dieser Vorgang verläuft in drei Schritten: In der ersten Backphase ist die Temperatur bei 80°-90° und die Blätter werden während 20 Minuten alle paar Minuten gewendet. Nun enthalten die Blätter nur noch etwa 15% Feuchtigkeit. Nach diesem Schritt werden sie noch einmal für eine Stunde zum Abkühlen ausgelegt und danach bei nur noch etwa 60°C weitere 30 Minuten gebacken. Zum Schluss sortiert man alte Blätter und harte Stängel aus und backt sie ein letztes Mal bei gleicher Temperatur für etwa eine halbe Stunde.

Tai Ping Hou Kui (太平猴魁, auch Taiping Houkui, Monkey King Tea)

Auch dieser Grüntee stammt wie Huangshan Maofeng und Lu’An Gua Pian aus der Provinz Anhui und sogar aus der gleichen Gegend wie der Huangshan Maofeng. Dieser Tee ist für seine Exklusivität berühmt und wird auch für Staatsgeschenke verwendet.

«Hou Kui» wird im Englischen oft mit «Monkey King» übersetzt, da dies die wörtliche Bedeutung ist. Die Bezeichnung stammt aber eigentlich aus einer Zusammensetzung aus dem Namen des Dorfes, Houkeng bzw. Hougang, und dem des Erfinders, Kui Cheng (vgl. Baidu Baike). Ähnlich wie Lu’An Gua Pian werden für diesen Tee nur die Triebe einer bestimmten Variante der Teepflanze verwendet. Die Blätter zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders gross sowie prall und kräftig sind. Der Tee wird nur in den zwei Wochen zwischen dem Saatregen (um den 20. April) und dem Sommeranfang im chinesischen Kalender gepflückt.

Die etwa 7 cm grossen Triebe werden auf eine Knospe und zwei bis drei Blätter gepflückt. Während des ersten Erhitzens werden die Blätter zunächst mit der flachen Hand zwei bis dreimal sanft an den Wok gedrückt und dann unter stetigem Wenden wenige Minuten lang geröstet. Danach werden die Triebe einzeln von Hand zusammengerollt und ausgestreckt auf einen Bambusrahmen gelegt. Mit einem zweiten Rahmen werden sie fixiert und dann in mehreren Schritten und bei unterschiedlichen Temperaturen gebacken. Zwischen diesen Schritten werden sie immer wieder zum Abkühlen ausgebreitet, bis sie trocken sind. Der ganze Vorgang dauert 7-8 Stunden. Taiping Hou Kui hat wegen dieser speziellen Verarbeitung seine typische Form: lange, gerade und flache Triebe. Der Tee schmackt frisch und hat einen feinen Orchideenduft.

Im folgenden Video kannst du dir die Verarbeitung noch einmal genauer anschauen:

Chun Mee (珍眉 Zhen Mei, auch Chunmee)

Chun Mee ist ausserhalb Chinas ein sehr bekannter und beliebter grüner Tee. Es handelt sich dabei aber weniger um eine Teesorte, sondern um einen Sammelbegriff. «Zhen Mei» bedeutet  «wertvolle Augenbraue» und weist auf die Formder gerollten Blätter hin, die an schön geschwungene Augenbrauen erinnern. Unter den Sammelbegriff Chun Mee (Kantonesische Aussprache) fallen verschiedene Sorten wie Zhen Mei (珍眉) aus Zhejiang, Yu Cha (雨茶 ursprünglich Zhejiang, heutzutage aus fast allen Teegebieten) oder Gong Xi (贡熙 aus Zhejiang, Anhui und Jiangxi) sowie weitere Sorten (vgl. den Eintrag auf Baidu Baike). Die Verarbeitung der einzelnen Tees unterscheidet sich leicht. Grundsätzlich geschieht sie aber in den üblichen Schritten: Welken, Rösten, Rollen und Backen. Da unter «Chun Mee» verschiedene Tees verkauft werden, muss die Qualität vor dem Kauf besonders geprüft werden.

Gunpowder Grüntee (珠茶)

Gunpowder ist wie Chun Mee eine Teesorte, die vor allem ausserhalb Chinas bekannt ist. Der Name bezieht sich auch hier nicht auf eine einzelne Sorte, sondern mehr auf das Aussehen des Tees: Gunpowder Tees sind zu kleinen Perlen (珠) zusammengerollte Teeblätter, die an Schiesspulver erinnern. So können auch in Kugelform gerollte Oolong-Tees als «Gunpowder» bezeichnet werden. In Bezug auf Grüntee ist oft 平水珠茶 gemeint. Dieser Tee stammt aus Pingshui in Zhejiang und wird seit dem 17. Jahrhundert exportiert. Unter dem Namen werden aber auch andere Tees verkauft. Im Bild oben kann der zweite Tee von rechts auch als «Gunpowder» bezeichnet werden. Da der Name nicht einheitlich für eine bestimmte Sorte verwendet wird, ist es wichtig, dass du diesen Tee probierst und seine Qualität überprüfst, bevor du ihn kaufst.

Vergleich zweier Grüntees in Bez. auf Teepflanze: Grosse Knospen der Assamica-Pflanze, rechts kleine Knospe von Sinensis
Vergleiche: Links eine Knospe der Variante Camellia Sinensis Assamica (Grüntee von Queen T), rechts eine Knospe mit zwei Blättern der Variante Camellia Sinsenis Sinensis (ein Grüntee aus Sichuan)

Unser Grüner Tee

Der Grüntee von Queen T stammt aus Menghai, Yunnan. Speziell ist an diesem Tee nicht nur die Region: Yunnan ist kaum bekannt für grünen Tee. Er schmeckt aber sehr fein und hat eine besondere Honigsüsse. Anders als andere Grüntees ist er aus den Knospen der Variante «Assamica» der Teepflanze Camellia Sinensis gemacht. In den meisten anderen Regionen werden die kleineren «sinensis»-Varianten verwendet. Assamica-Tees haben besonders grosse Knospen und Blätter, wie du im Bild oben gut sehen kannst.

Für den Tee pflückt man nur die Knospen, die man  daran erkennt, dass sie noch mit einem pelzigen Flaum beeckt sind. Nach dem Pflücken werden sie kurz geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Dann werden sie ausgelegt, damit sie abkühlen und anschliessend leicht gerollt, damit sie eine gleichmässige Nadelform erhalten.

Danach breitet man die Teeknospen auf Bambuskörben aus und trocknet sie bis zur Hälfte in der prallen Sonne. Nun folgt ein weiteres Mal das Rollen, um die Form zu festigen. Schliesslich legt man sie wieder in die pralle Sonne und trocknet sie, bis sie ganz trocken sind.

Durch das Trocknen an der Sonne gewinnt dieser Tee sein charakteristisches, mildes Aroma. Zudem hat er viele florale Noten und hat auch nach mehreren Aufgüssen noch einen guten Geschmack.

Wir haben uns für diesen Grüntee entschieden, weil er uns geschmacklich überzeugt hat. Queen T setzt nicht so sehr auf die grossen Namen (wie die obigen Tees, die alle sehr bekannt sind), da diese in der Regel teurer sind, auch wenn sie nicht sorgfältig verarbeitet wurden. Uns liegt mehr an der Verarbeitungs- und Produktionsqualität und möchten sicherstellen, dass der Preis diese auch reflektiert.

Japanische Grüntees

Ebenso wie in China gibt es in Japan auch unzählige Grünteesorten. Anders als bei chinesischen Grüntees unterscheidet man bei japanischen Grüntees mehr die Verarbeitungsart als die Herkunftsregion. Hier seien die Hauptgruppen genannt:

Sencha

Sencha ist der am weitesten verbreitete japanische Grüntee. Der Name Sencha (煎茶) heisst übersetzt «gedämpfter Tee» und deutet auf die Produktion hin: Anders als die chinesischenGrüntees wird dieser Tee mit Wasserdampf erhitzt und nicht geröstet. Er wird vom Frühling bis in den Herbst geerntet. Es gibt verschiedene Varianten von Sencha, die sich in ihrer Verarbeitung unterscheiden.

Bancha

Bancha wird von denselben Pflanzen wie Sencha geerntet. Dabei werden aber die später nachwachsenden Triebe verwendet, weshalb dieser Tee qualitativ unter dem Sencha liegt. Darauf deutet auch der Name hin: Bancha (番茶) heisst «gewöhnlicher Tee».

Genmaicha

Dieser Tee ist eine Mischung aus Grüntee und braunem Reis, der entweder geröstet oder gepufft wurde. Für den Tee wird in der Regel Sencha oder Bancha verwendet.

Gyokuro

Dieser Tee ist einebesondere Spezialität. Der «Jade Tau» (玉露), das bedeutet «Gyokuro», wird nämlich vor dem Pflücken mindestens 20 Tage beschattet. So bekommt er einen besonders milden, süssen Geschmack. Er wird nur einmal im Jahr geerntet und ist dementsprechend auch teuer. Kabusecha ist wird ähnlich wie Gyokuro beschattet, aber für kürzere Zeit und bei mehr Lichtdurchlässigkeit. Dieser Tee ist deshalb zwischen Sencha und Gyokuro anzusiedeln und auch preiswerter als Gyokuro.

Matcha

Matcha ist gemahlener Grüntee, wie auch der Name «抹茶»verrät. Der Ausgangstee ist meist Gyokuro oder Tencha. Letzterer ist ein Schattentee wie Gyokuro, allerdings werden vor dem Trocknen die Stängel entfernt, sodass er nur aus Blattstücken besteht. Die Zubereitung von Matcha unterscheidet sich stark von den anderen Grüntees: Während man diese meist im Wasser ziehen lässt und dann die Blätter entfernt, löst man das Matcha-Puder im Wasser auf mit Hilfe eines speziellen Besens. Mit Matcha trinkst du also nicht nur ein Extrakt aus den Teeblättern, sondern die Blätter selber, aufgelöst in Wasser.

Grüntee Zubereitung (Glas, Gaiwan, Becher)

Grüner Tee in einer Tee-Tasse

Grüntee kann auf verschiedene Arten zubereitet werden. Am besten probierst du aus, was für dich einfach umzusetzen ist und auf welche Art dir der Tee am besten schmeckt. Unabhängig von der Zubereitunsart gilt für chinesische Grüntees:

1) Hohe Temperaturen meiden, statt kochendem Wasser verwendest du besser Wassertemperaturen um 70°C.

2) Den Tee weder zu lange ziehen lassen noch die Blätter zwischen den Aufgüssen lange im Trockenen liegen lassen. Grüntee kann bitter werden, wenn du ihn zu lange ziehen lässt. Deshalb lasse ihn nicht länger als ca. 2 Minuten ziehen (ausser natürlich, du magst den Geschmack). Da Grüntee nicht oxidiert ist, reagiert er stärker auf Einflüsse wie Luft oder Wasser. Wenn du die Blätter also einmal angefeuchtet hast, ist es besser, sie immer in etwas Wasser schwimmen zu lassen, sonst oxidieren sie und verlieren ihren Geschmack. Am besten trinkst du fortwährend ein bisschen Tee und giesst dann wieder frisches Wasser nach. Auch wenn die Blätter dann effektiv lange ziehen, wird der Geschmack nicht bitter.

Im folgenden Video («3 häufige Fehler bei Grüntee) haben wir dir diese Punkte noch einmal zusammengefasst:

Die einfachste Zubereitungsartist die in einem Glas oder Becher. Diese Zubereitung ist auch in China am meistenverbreitet. In einem Glas macht sich der grüne Tee auch deshalb besonders gut,weil du dann zuschauen kannst, wie sie sich langsam entfalten und auf und abtanzen. In China unterscheidet man drei verschiedene Methoden: Du kannst entweder die Teeblätter zuerst in das Glas geben und dann das Wasser hinzugeben (下投法), oder zuerst das Glas zur Hälfte füllen, dann den Tee dazugeben und das Glass ganz mit Wasser füllen (中投法), oder du füllst das Glas zuerst mit dem Wasser und fügst dann erst die Blätter dazu (上投法). Hier gilt generell: Je feiner und zarter die Teeblätter, desto mehr eignen sie sich für die letzten beiden Methoden, während Tee aus kräftigen, grossen Blättern oder auch eher billiger Tee besser zur ersten Methode passt.

Grüner Tee im Gaiwan

Du kannst Grüntee auch im Gaiwan oder Aufgusskrug zubereiten. Dann achte aber wie gesagt darauf, dass die Blätter nie ganz im Trockenen liegen, sonst verlieren sie den Geschmack. Du kannst einfach immer ein wenig Wasser in der Schale behalten unddann für jeden Aufguss neu Wasser hinzufügen. Bei dieser Aufgussart ist eine Ziehzeit von 30 Sekunden bis 1 Minute pro Aufguss empfehlenswert.

Grüntee & Koffein

Für Details siehe unseren Beitrag zum Thema Tee und Koffein. Hier die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Die Sorte der Teepflanze beeinflusst den Koffeingehalt. Grüntee wird typischerweise aus der Variante Camellia sinensis sinensis gemacht, welche einen etwas tieferen Gehalt hat als Tees aus Camellia sinensis assamica (siehe Bild oben bei “Grüntee von Queen T”).
  • Tee mit vielen Knospen hat einen höheren Koffeingehalt als Tee ausBlättern. Die meisten Grüntees bestehen aus jungen Trieben mit Knospen, weshalbsie tendenziell mehr Koffein haben als Blättertees. Wie du aber auch in der Beschreibung der einzelnen Grünteesorten sehen konntest gibt es Ausnahmen: Lu’An Gua Pian besteht nur aus Blättern. Bei den japanischen Grüntees besteht Tencha nur aus Blättern, da er aber i.d.R. zu Matcha verarbeitet wird, ist hier die Situation anders: Da du beim Matcha das ganze Blatt einnimmst und nicht nur einen Auszug wie bei anderen Tees, ist hier der Gehalt sehr viel höher.
Grüntee im Glasbecher

Schliesslich beeinflusst die Zubereitung den Koffeingehalt erheblich. Wenn du wenig Koffein zu dir nehmen möchtest, empfehlen wir dir folgendes:

  • Verwende eher wenig Tee auf viel Wasser. Indem du die Menge an Teereduzierst, verringerst du auch den Koffeingehalt.
  • Verwende tiefe Temperaturen: Dies ist für Grüntees eigentlich selbstverständlich. Du kannst auch einmal mit Temperaturen unter den empfohlenen 70°C experimentieren (oder auch mal einen cold brew machen).
  • Giesse den ersten Aufguss weg: Mit dem ersten Aufguss löst sich ammeisten Koffein aus den Teeblättern verglichen mit den späteren Aufgüssen. Wenn du ihn also weggiesst, hast du schon einen grossen Teil des löslichen Koffeins entfernt.

Mit Grüntee Abnehmen

Es kann sein, dass Grüntee beim Abnahmen hilft. Queen T wird dich aber nicht dazu ermutigen, abzunehmen. Wir möchten, dass du dich wohl fühlst in deinem Körper und unsere Tees mit Freude und Genuss trinkst. Das kannst du unabhängig von deinem Gewicht.

2 replies on “Grüner Tee – alles über Grüntee

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