Chinesische Grüntees: Grüner Tee Sorten

Chinesische Grüntees zeichnen sich durch eine enorme Vielfalt aus, sowohl unter den verschiedenen Anbaugebieten als auch innerhalb der einzelnen Anbaugebiete. Unter den berühmtesten Tees sind zahlreiche chinesische Grüntees. Hier seien ein paar bekannte chinesische Grüntees erwähnt und die Herstellung dieser Sorten vorgestellt. Wo nicht anders angegeben, stammen die Informationen aus dem Buch 中国茶经.

Wenn dich noch andere Themen rund um chinesische Grüntees und mehr interessieren, dann schau in unserem ausführlichen Artikel über grünen Tee vorbei!

Grüner Tee: Vier verschiedene Sorten (v.l.n.r.): Meishan Grüntee, Grüner Tee von Queen T, Gunpowder Grüntee, Matcha Pulver.
Chinesische Grüntees: Vier verschiedene Sorten (v.l.n.r.): Meishan Grüntee, Grüner Tee von Queen T, Gunpowder Grüntee, Matcha Pulver.

Chinesische Grüntees: Die bekanntesten Sorten

Xihu Long Jing (西湖龙井, auch: Lung Ching, Dragon Well, Drachenbrunnentee)

Longjing-Tee ist ein grüner Tee aus dem Gebiet Longjing in der Nähe vom Westsee (Xihu) bei Hangzhou (Provinz Zhejiang). Er ist einer der berühmtesten und ältesten Sorten für chinesische Grüntees. Ein guter Long Jing soll «farblich grün, geruchlich intensiv, geschmacklich mild und formschön» sein (色绿,香郁,味醇,形美).

Für diesen Tee verwendet man die Knospe und das erste Blatt, manchmal auch zwei Blätter. Die Verarbeitung dieses Tees ist komplex, kann aber auf vier Hauptschritte vereinfacht werden: Erstens werden die Blätter während 6-12 Stunden an einem schattigen, kühlen Ort ausgelegt und angewelkt. Dann werden sie in einem leicht geölten Wok bei bis zu 100°C geröstet und dabei unablässig von Hand gewendet und teilweise auch geknetet. Dieser Schritt dauert ca. 12-15 Minuten. Drittens werden die Blätter noch einmal währen 40-60 Minuten an einem schattigen, kühlen Ort ausgebreitet. Vor dem letzten Schritt werden die Blätter gesiebt und dann während weiterer 20-25 Minuten gebacken und in Form gerollt, bis die Blätter getrocknet sind. So entsteht ein feiner, frischer Tee.

In diesem Video kannst du noch vieles mehr über Longjing und seine Verarbeitung erfahren:

Bi Luo Chun (碧螺春, auch: Pi Lo Chun, Biluochun)

Bi Luo Chun stammt aus dem Dongting-Gebirge bei Suzhou in Jiangsu und hat eine Geschichte, die bis in das Ende der Ming-Dynastie reicht. Der Name «Bi Luo Chun» bedeutet wörtlich«Jadegrüne Spirale Frühling». Es gibt verschiedene Erklärungen für diesen Namen– so sind die Blätter tatsächlich spiralförmig gerollt und werden im Frühling gepflückt. Es gibt aber auch andere Erklärungen — so besagt eine verbreitete Erzählung, dass er früher anders hiess, und zwar Xia Sha Ren Xiang 吓煞人香, was so viel heisst wie «Erschreckender Geruch». Der Kaiser Kangxi, als er den Tee trank und ihn sehr schätzte, gab ihm einen würdigeren Namen, nämlich Bi Luo Chun. Schliesslich gibt es auch die Erzählung, dass der Tee nach einem Mädchen namens Biluo benannt wurde.

Das Rösten geschieht bei diesem Tee bei 150-180°C, dabei werden die Blätter nur leicht gewendet und geschüttelt, aber nicht geknetet oder gerollt. Dieser Vorgang dauert 3-5 Minuten. Danach wird der Tee etwa 10 Minuten lang in einem Wok mit 65-75°C leicht geknetet und weiter geröstet. Bei diesem Vorgang ist es wichtig, dass die Person beim Kneten weder zu viel Druck noch zu wenig anwendet und die Blätter gleichmässig wendet, sonst können sie leicht anbrennen und so das Aroma verfälschen. Nun wird die Temperatur im Wok weiter gesenkt und die Blätter während etwa 15 Minuten zwischen den Händen gerieben, bis sie die typische spiralförmige Form angenommen haben. Zuletzt werden die Blätter bei etwa 40°C weiter leicht bewegt, bis sie trocken genug sind. Der ganze Vorgang dauert etwa 40 Minuten. Der Tee hat einen eleganten Duft, schmeckt frisch und hat eine langanhaltende Süsse.

Huangshan Maofeng (黄山毛峰)

Der Tee mit «behaarten Spitzen aus Huangshan», so die wörtliche Übersetzung des Namens, ist wegen seiner Berühmtheit auch ein beliebter Tee für Geschenke, vielleicht hast du ihn auch schon einmal von chinesischen Bekannten geschenkt bekommen. Huangshan (Mount Huangshan) ist eines der berühmtesten Gebirge Chinas und befindet sich in der Provinz Anhui. Die «behaarten Spitzen» bezeichnen die Teeknospen, die mit einem feinen Flaum bedeckt sind. Es gibt auch andere chinesische Grüntees, die «Maofeng» heissen, weil dies lediglich die Beschreibung des Aussehens ist.

Huangshan Maofeng des besten Grades enthält nur Triebe, welche aus einer Knospe und einem Blatt bestehen. Bei diesem Tee ist es besonders wichtig, dass die Verarbeitung der Blätter rasch geschieht; die gepflückten Blätter müssen noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Die Blätter werden bei 130-150°C in einem grossen Wok geröstet, dabei werden sie ständig gewendet und immer wieder aufgeworfen und so gelockert. Dann wird der Tee kurz bei etwas mehr Druck gerollt.

Nun werden die Blätter in einem speziellen Verfahren getrocknet: Sie werden nun nacheinander in vier verschiedene Bambuskörbe gegeben und dabei weiter gewendet. Die Körbe sind jeweils auf unterschiedliche Temperaturen erwärmt: Der erste ist über 90°C heiss, der zweite 80°, der dritte 70° und der vierte 60°. Nun werden die Blätter ausgebreitet, damit sie sich während etwa einer halben Stunde abkühlen könnenund zum Schluss noch einmal in einem 60° warmen Korb fertig gebacken. Nach dem Aussortieren der minderwertigen Blätter wird der Tee noch einmal erhitzt, was zu einem besonders intensiven Duft dieses Tees führt. Der Geschmack ist frisch und doch intensiv.

Lu’An Gua Pian (六安瓜片, auch Lu’an Melon Seed)

Dieser Grüntee stammt aus Lu’An in der Provinz Anhui. Er ist nicht nur speziell, weil dafür die Triebe einer nur dort einheimischen Sorte der Teepflanze verwendet werden. Sondern auch, weil die Verarbeitung besonders ist: Gepflückt werden Triebe erst später, wenn sich schon Blätter gebildet haben. Es werden dann nur Blätter geerntet, in der Regel das zweite oder dritte Blatt nach der Knospe. Nach dem Pflücken werden die grösseren Blätter von den kleineren aussortiert und dann beide getrennt verarbeitet.

Nun werden die Blätter geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Nach dem ersten Rösten werden die Blätter in einen weiteren Röst-Wok gegeben und werden dann mit einer Art Fächer aus Bambus gerollt. Nach dem Rösten im Wok werden die Blätter bei niedrigen Temperaturen und über längere Zeit hinweg getrocknet.

Dazu werden sie in nacheinander in drei Bambuskörbe gelegt, die erwärmt werden. In den ersten Korb gibt man nur eine kleine Menge Blätter und wendet sie regelmässig alle paar Minuten. Im zweiten Korb werden die Blätter kurz leicht erhitzt, dann gewendet und wiedererhitzt, insgesamt bis zu fünfzig Mal. Wenn die Blätter in den dritten Korbgelangen, werden sie wie im zweiten Korb viele Male erhitzt, diesmal bei höheren Temperaturen, bis die Blätter ganz trocken sind und zwischen den Fingern leicht zerbröseln.

Dann füllt man die noch warmen Blätter in Teedosen und verschliesst sie luftdicht. Dies ist die traditionelle Art der Herzstellung, mittlerweile gibt es auch maschinelle Verfahren. Die Teeblätter haben eine Form wie getrocknete Sonnenblumenkerne, deshalb heisst der Tee «Gua Pian», «Sonnenblumenkern».

Wenn du dir dieses komplizierte Herstellungsverfahren noch einmal auf Video anschauen möchtest, empfehle ich dieses Video von teadrunk:

Xinyang Maojian (信阳毛尖)

Dieser grüne Tee aus der Gegend um Xinyang in der Provinz Hunan hat einen besonders intensiven Duft und eine feine Maroni-Note. «Maojian» bedeutet, ähnlich wie maofeng, «haarige Spitzen», was sich auf die behaarten Knospen bezieht, welche in diesem Tee besonders prominent sind.

Nach dem Pflcken werden die jungen Triebe zuerst für wenige Stunden zum Welken ausgelegt. Bei diesem Tee ist wichtig, dass die Blätter noch am selben Tag verarbeitet werden. Nach dem Welken werden sie wenige Minuten in einem grossen Wok bei etwa 140°-160° erhitzt und dann mit einer Art Besen aus Bambus gerollt. Dann wird der Tee in einen weiteren Wok gegeben, der bei einer tieferen Temperatur (80°-100°) gehalten wird. Die Blätter werden gerollt, bis die Triebe eng gerollt sind und feine Spitzen aufweisen. Danach werden die Blätter mehrmals von Hand aufgeworfen, um sie so zu lockern. Als nächstes werden sie auf Bambusschalen verteilt, damit sie abkühlen.

Danach werden sie gebacken. Dieser Vorgang verläuft in drei Schritten: In der ersten Backphase ist die Temperatur bei 80°-90° und die Blätter werden während 20 Minuten alle paar Minuten gewendet. Nun enthalten die Blätter nur noch etwa 15% Feuchtigkeit. Nach diesem Schritt werden sie noch einmal für eine Stunde zum Abkühlen ausgelegt und danach bei nur noch etwa 60°C weitere 30 Minuten gebacken. Zum Schluss sortiert man alte Blätter und harte Stängel aus und backt sie ein letztes Mal bei gleicher Temperatur für etwa eine halbe Stunde.

Tai Ping Hou Kui (太平猴魁, auch Taiping Houkui, Monkey King Tea)

Auch dieser Grüntee stammt wie Huangshan Maofeng und Lu’An Gua Pian aus der Provinz Anhui und sogar aus der gleichen Gegend wie der Huangshan Maofeng. Dieser Tee ist für seine Exklusivität berühmt und wird auch für Staatsgeschenke verwendet.

«Hou Kui» wird im Englischen oft mit «Monkey King» übersetzt, da dies die wörtliche Bedeutung ist. Die Bezeichnung stammt aber eigentlich aus einer Zusammensetzung aus dem Namen des Dorfes, Houkeng bzw. Hougang, und dem des Erfinders, Kui Cheng (vgl. Baidu Baike). Ähnlich wie Lu’An Gua Pian werden für diesen Tee nur die Triebe einer bestimmten Variante der Teepflanze verwendet. Die Blätter zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders gross sowie prall und kräftig sind. Der Tee wird nur in den zwei Wochen zwischen dem Saatregen (um den 20. April) und dem Sommeranfang im chinesischen Kalender gepflückt.

Die etwa 7 cm grossen Triebe werden auf eine Knospe und zwei bis drei Blätter gepflückt. Während des ersten Erhitzens werden die Blätter zunächst mit der flachen Hand zwei bis dreimal sanft an den Wok gedrückt und dann unter stetigem Wenden wenige Minuten lang geröstet. Danach werden die Triebe einzeln von Hand zusammengerollt und ausgestreckt auf einen Bambusrahmen gelegt. Mit einem zweiten Rahmen werden sie fixiert und dann in mehreren Schritten und bei unterschiedlichen Temperaturen gebacken. Zwischen diesen Schritten werden sie immer wieder zum Abkühlen ausgebreitet, bis sie trocken sind. Der ganze Vorgang dauert 7-8 Stunden. Taiping Hou Kui hat wegen dieser speziellen Verarbeitung seine typische Form: lange, gerade und flache Triebe. Der Tee schmackt frisch und hat einen feinen Orchideenduft.

Im folgenden Video kannst du dir die Verarbeitung noch einmal genauer anschauen:

Chun Mee (珍眉 Zhen Mei, auch Chunmee)

Chun Mee ist ausserhalb Chinas ein sehr bekannter und beliebter grüner Tee. Es handelt sich dabei aber weniger um eine Teesorte, sondern um einen Sammelbegriff. «Zhen Mei» bedeutet «wertvolle Augenbraue» und weist auf die Formder gerollten Blätter hin, die an schön geschwungene Augenbrauen erinnern. Unter den Sammelbegriff Chun Mee (Kantonesische Aussprache) fallen verschiedene Sorten wie Zhen Mei (珍眉) aus Zhejiang, Yu Cha (雨茶 ursprünglich Zhejiang, heutzutage aus fast allen Teegebieten) oder Gong Xi (贡熙 aus Zhejiang, Anhui und Jiangxi) sowie weitere Sorten (vgl. den Eintrag auf Baidu Baike). Die Verarbeitung der einzelnen Tees unterscheidet sich leicht. Grundsätzlich geschieht sie aber in den üblichen Schritten: Welken, Rösten, Rollen und Backen. Da unter «Chun Mee» verschiedene Tees verkauft werden, muss die Qualität vor dem Kauf besonders geprüft werden.

Gunpowder Grüntee (珠茶)

Gunpowder (chin: “Perlen-Tee”) ist wie Chun Mee eine Teesorte, die vor allem ausserhalb Chinas bekannt ist. Der Name bezieht sich auch hier nicht auf eine einzelne Sorte, sondern mehr auf das Aussehen des Tees: Gunpowder Tees sind zu kleinen Perlen (珠) zusammengerollte Teeblätter, die an Schiesspulver erinnern. So können auch in Kugelform gerollteOolong-Tees als «Gunpowder» bezeichnet werden. In Bezug auf Grüntee ist oft 平水珠茶 gemeint. Dieser Tee stammt aus Pingshui in Zhejiang und wird seit dem 17. Jahrhundert exportiert. Unter dem Namen werden aber auch andere Tees verkauft. Im Bild oben kann der zweite Tee von rechts auch als «Gunpowder» bezeichnet werden. Da der Name nicht einheitlich für eine bestimmte Sorte verwendet wird, ist es wichtig, dass du diesen Tee probierst und seine Qualität überprüfst, bevor du ihn kaufst.

Chinesische Grüntees: Vergleich zwischen Tee aus den Varianten der Teepflanze Assamica und aus Sinensis
Für chinesische Grüntees ist die Variante der Teepflanze wichtig. Vergleiche: Links eine Knospe der Variante Assamica (Grüntee von Queen T), rechts eine Knospe mit zwei Blättern der Variante Sinensis .

Chinesischer Grüntee: Unser Angebot bei Queen T

Grüner Tee aus Tee-Knospen von Queen T (Foto). Green Tea
Chinesische Grüntees: Der Grüntee von Queen T besteht aus feinen Knospen und wurde in der Sonne getrocknet.

Da es so viele tolle chinesische Grüntees gibt, ist uns die Auswahl nicht leicht gefallen. Wir haben uns für einen besonderen grünen Tee entschieden, der zwar wenig bekannt ist, uns aber durch Geschmakc und Qualität überzeugt hat.

Der Grüntee von Queen T stammt aus Menghai, Yunnan. Speziell ist an diesem Tee nicht nur die Region: Yunnan ist kaum bekannt für chinesische Grüntees. Er schmeckt aber sehr fein und hat eine besondere Honigsüsse.

Anders als andere Grüntees ist er aus den Knospen der Variante «Assamica» der Teepflanze Camellia Sinensis gemacht. In den meisten anderen Regionen werden die kleineren «sinensis»-Varianten verwendet. Assamica-Tees haben besonders grosse Knospen und Blätter, wie du im Bild oben gut sehen kannst.

Für den Tee pflückt man nur die Knospen, die man daran erkennt, dass sie noch mit einem pelzigen Flaum beeckt sind. Nach dem Pflücken werden sie kurz geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Dann werden sie ausgelegt, damit sie abkühlen und anschliessend leicht gerollt, damit sie eine gleichmässige Nadelform erhalten.

Danach breitet man die Teeknospen auf Bambuskörben aus und trocknet sie bis zur Hälfte in der prallen Sonne. Nun folgt ein weiteres Mal das Rollen, um die Form zu festigen. Schliesslich legt man sie wieder in die pralle Sonne und trocknet sie, bis sie ganz trocken sind.

Das Trocknen an der Sonne ist typisch für Tees aus der Region Yunnan und gibt Yunnan-Tees einen besonderen Geschmack. Unser Grüntee hat starke florale Noten und hat trotz seiner Milde auch nach mehreren Aufgüssen noch einen guten Geschmack.

Wir haben uns unter all den chinesischen Grüntees für diesen Grüntee entschieden, weil er uns geschmacklich überzeugt hat. Queen T setzt nicht so sehr auf die grossen Namen (wie die obigen Tees, die alle sehr bekannt sind), da diese in der Regel teurer sind, auch wenn sie nicht sorgfältig verarbeitet wurden. Uns liegt mehr an der Verarbeitungs- und Produktionsqualität und möchten sicherstellen, dass der Preis diese auch reflektiert.

Im folgenden Video stellen wir unseren grünen Tee vor:

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